Der amerikanische Freund

Der amerikanische Freund

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Sprache Deutsch mit indonesischen Untertiteln
Genre Drama, Thriller
Land Deutschland, Frankreich
Jahr 1977
Regie Wim Wenders
Mit Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Andreas Dedecke, David Blue, Stefan Lennert, Rudolf Schündler, Nicholas Ray, Samuel Fuller
Produktion Road Movies Filmproduktion (Berlin), Wim Wenders Produktion (München), Les Films du Losange (Paris), Westdeutscher Rundfunk (WDR) (Köln)
Länge 126 Minuten
FSK Film 16 Jahre
Festivals / Awards Deutscher Filmpreis 1978: Filmband in Silber, in der Kategorie weitere programmfüllende Spielfilme / Filmband in Gold, Schnitt / Filmband in Gold, Regie

Jonathan, ehemaliger Restaurator, der heute Bilderrahmen anfertigt, lebt in Hamburg. Er leidet an Leukämie und weiß, dass es kein Entrinnen gibt. Tom Ripley, ein amerikanischer Gemäldehändler, bietet ihm ein dubioses Geschäft an: Er soll in Paris einen Mord begehen. Jonathan geht darauf ein. Nach seiner Rückkehr ist ein zweiter Mord unausweichlich. Ripley selbst ist auf Jonathans Hilfe angewiesen.

Jonathan Zimmermann, ehemals Restaurateur, jetzt Bilderrahmen-Macher in Hamburg, ist schwer krank; er leidet an Leukämie und weiß nicht, wie lange er noch leben wird. Bei einer Auktion lernt er den Amerikaner Tom Ripley kennen; Ripley handelt mit Bildern und hat gerade eine Fälschung zur Versteigerung gebracht.

Unerwartet wird Jonathan mit einem irritierenden Angebot konfrontiert: Er soll in Paris einen Mann töten. Mit dem Geld, das er dafür bekäme, könne er, der Todkranke, für Frau und Kind vorsorgen. Als der französische Auftraggeber auch noch eine Untersuchung bei einem Leukämie-Spezialisten in Paris anbietet und ungebeten eine Vorschuss-Zahlung leistet, fliegt Jonathan hin, unterzieht sich der Untersuchung und begeht den bestellten Mord.

Zurück in Hamburg muss er erfahren, dass seine Frau inzwischen höchst misstrauisch geworden ist und überlegt, ihn zu verlassen. Auch Tom Ripley interessiert sich immer offener für Jonathan; zudem taucht der französische Auftraggeber wieder auf, verlangt einen zweiten, weit komplizierter auszuführenden Mord. Jonathan willigt erneut ein, hätte aber keine Chance, die Tat auszuführen, wenn nicht unerwartet Ripley auftauchen und ihm beistehen würde. Wenig später ist Ripley selbst in Gefahr und braucht Jonathans Hilfe; der Hintermann der bestellten Morde ist aus den USA nach Deutschland gekommen, und Ripley ist in die Affäre verwickelt. Jonathan hilft ihm, die beiden überstehen das letzte Abenteuer. Als alles vorbei ist, stirbt Jonathan im Auto seiner zurückgekehrten Frau.

"Ich will einen Roman von Patricia Highsmith verfilmen, seit ich zum ersten Mal ein Buch von ihr gelesen habe", erklärte Wim Wenders schon während der Dreharbeiten zu diesem Film. Ursprünglich wollte er die Rechte an einem anderen Highsmith-Roman erwerben, aber Hollywood war ihm zuvorgekommen. "Ripley's Game" hatte er als Vorabdruck gelesen und gekauft, bevor das Buch überhaupt bekannt wurde. "Es wird kein Verbrechen aufgeklärt, auch nicht Verbrechern nachgejagt oder detektivisch nachgespürt. Mein Film handelt davon, was ein Mensch machen kann, wenn er bis zum äußersten getrieben wird, wenn ihm der Tod im Nacken sitzt." (Wenders)

Fasziniert war der Regisseur von den Büchern der Highsmith, weil sie, obgleich Kriminalromane, dennoch in keine Genre passen und sich den gängigen Kategorien wie Thriller oder Krimi verweigern. Aber sogar schon für Hitchcocks Filme, sagt Wenders, könne man diese Kategorien nicht mehr anwenden. "Wenn es eine Orientierung gibt für mich, dann wird DER RAHMEN (so lautete der Arbeitstitel des Films) meine Auseinandersetzung mit Hitchcock sein." Aus heutiger Sicht hat der fertige Film, auch wenn darin Hitchcock-Motive wie "Verdacht" und "Vertrauen" anklingen, weniger Berührungspunkte mit dem Werk des "Master of Suspense" als mit den anderen Werken von Wim Wenders.

Von zentraler Bedeutung ist dabei das Motiv der Männerfreundschaft, die sich hier - wie im vorausgegangenen Film IM LAUF DER ZEIT zwar mühsam, aber zuverlässig entwickelt und in einer fast stürmischen Umarmung zwischen Jonathan Zimmermann und Tom Ripley gipfelt - eine Geste, die zwischen Jonathan und seiner Frau in dieser Form nicht vorkommt. Freilich hat dies auch mit der persönlichen Situation des Rahmenmachers zu tun. "Herausgefordert vom Tod, hineingezogen in ein tödliches Spiel, spürt er nicht nur die ungeahnten Abgründe in seinem Charakter, sondern auch die Kraft zum Widerstand gegen das Unvermeidliche, die Fähigkeit zu einer besonderen Art der Freundschaft und überhaupt einen neuen, intensiveren Umgang mit den Menschen." (Peter Buchka)

Bezeichnend ist, dass sich Jonathan und Tom durch den Tod - auch wenn es dabei um Mord geht - näherkommen. Wie in vielen seiner Arbeiten reflektiert Wenders auch im AMERIKANISCHEN FREUND sein Verhältnis zur Kunst. Jonathan hat seine Arbeit als Restaurator eingestellt, auch unter dem Einfluss seiner Krankheit. Der amerikanische Maler, dessen Bilder nun für viel Geld verkauft werden, gilt offiziell als tot: eigentlich gibt es ihn gar nicht mehr, er lebt unter falschem Namen weiter - ein Zeichen der totalen Entfremdung. Tom Ripley handelt bloß mit Kunst, aber versteht davon nichts; dies veranlasst Jonathan auch zu einer abschätzigen Bemerkung, als er Tom zum ersten Mal begegnet; später wird Tom offenbaren, dass ihn das tief getroffen hat. Als einem geheimen Leitmotiv begegnen wir Vorformen des Kinos, Guckkästen, Vexierbildern, deren Objekte sich scheinbar bewegen, einer Bildertrommel, die rotierend Bewegung vortäuscht, oder Abbildern einer Lokomotive und eines Wasserfalls, in denen elektrisches Licht für die Illusion der Belebtheit sorgt.

Und wie in den meisten Filmen von Wim Wenders leiden auch hier die Figuren daran, dass sie ihre Emotionen und Gedanken kaum zu formulieren verstehen. Bevor Jonathan nach Paris geht, hört er eine Platte von den Kinks: "There's too much in my mind and there's nothing I can say!" Schließlich zeigt Wenders auch seinen sensiblen Blick für Städtelandschaften, in denen sich die Szenerien von Hamburg, Paris und den USA immer mehr angleichen.

Wim Wenders


Wim Wenders (geboren 1945) ist ein deutscher Filmemacher, Schriftsteller und Fotograf, der seit den 1960er Jahren aktiv ist. Er ist eine wichtige Figur des Neuen Deutschen Films. Wenders studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und arbeitete als Filmkritiker bei der Süddeutschen Zeitung und der Zeitschrift Filmkritik. Seit 1993 hat Wenders eine Honorarprofessur an der Hochschule für Film und Fernsehen. Er ist Gründungsmitglied der deutschen Filmvertriebsfirma „Filmverlag der Autoren“. 1977 gründete er in Berlin seine eigene Produktionsfirma „Road Movies“. Wenders arbeitet nicht nur in Deutschland, sondern ist auch in Hollywood, USA, aktiv. Zu Beginn seiner Karriere konzentrierte sich Wenders besonders auf Romanadaptionen. Wenders Werke sind berühmt für ihre persönliche Filmmusik, die den Geist einer bestimmten Ära einfängt.

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